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Weib nachzieht! Die Mähren der Reimchroniken, wie Herzog Friederich auf den Rath Wolfsgang von Parau die stolzübermüthigen Wienerbürger hart besteuert, wie er sehr nach ihren Frauen und Töchtern begehrt, wie er vorzüglich einer schönen, tugendhaften Wienerin, Brunehilde (nach einigen, ein Edelfräulein vom Hause Pottendorf?) lange nachgetrachtet, und endlich auf einem Balle feinen Zweck erreicht habe? widerlegt der Verfasser durch geschichtliche und psychologische Gründe vollständig.

Der römische König Heinrich entsegt. Herzog Friedrich gewählet; in Folge dessen das Ungewitter von allen Seiten über Desterreich heranzog, und der Kaiser selbst in den ersten Jammertagen des Jahres 1237 nach Wien kam, der Stadt Wien und ihren Bürgern die berühmte goldene Bulle ertheilte, und Wien zu einer unmittelbaren, freyen Reichsstadt erhob. Dieser wichtige Majestätsbrief verordnet unter vielen andern auch, daß zur Bildung des Volkes, und zum Unterrichte der Jugend ein bequemes Studium in Wien bestehen, und der Meister der Schulen gefeßt werden solle von des Kaisers Majestat. Mit dem Rathe weiser Männer dieser Stadt möge dieser die Doktoren oder Lehrer in den Fakultäten verändern. Als Erläuterung und Ergänzung der goldenen Bulle wurde auch noch eine zweyte Urkunde in Italien (August 1238) gegeben, der sogenannte Judenbrief, über dessen Inhalt und über die Geschicke des jüdischen Volkes und über ihren hochwichtigen Einfluß auf Handel und Wandel in Desterreich der Verfasser p. 153 159 weitläufiger spricht. Friedrich abermals Herr. Wiens Noth und Unterwerfung. Des Herzogs edles Herz gegen die Wiener. Seine Wiederversöhnung mit dem Kaifer. Die Mongolen. Friedrichs Sieg und Tod 15. Juny 1246. Das Zwischenreich.

Unter den diesem Hefte am Ende beygegebenen Anmerkungen erscheinen die vom Archivar zu Admont, Albert Muchar, p. 188-194, nicht bloß aus Hansiz und aus Bernard Pez, sondern aus den Original - Saalbüchern und Diplomen des admontischen Archives mitgetheilten urkundlichen Nachrichten über die Salzquellen und Salzsiedereyen im Admontthale in dieser Zusammenstellung hier wohl zum ersten Mal.

(Die Fortseßung folgt.)

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Art. IV. The seven seas a Dictionary and Grammar of the persian language by His Majesty (hier folgt persisch geschrieben der Namen Abu Musaffer Muiseddin Schah seman Gha fied din Haider Padischah Ghafi) the King of Oude, in seven parts. Printed at his Majesty's press in the city of Lucknow 1822. Sieben Folio Bände. L 354 Seiten. II. 242 S. III. 245 S. IV. 179 S. V. 180 S. VI. 161 S. VII. 227 Seiten.

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Der Verfasser dieses in mehr als einer Hinsicht wahrhaft königlichen Werkes ist der dermalige König von Aude, Haider oder Ali Schah, Sohn Seadet Ali's, des Verbündeten der Engländer, welcher in dem lehten Kriege derselben wider die Pindaris und Gorkas aus seinem aufgehäuften Schaße von 18 Millionen Pfund Sterlingen der ostindischen Gesellschaft auf den bloßen Empfangschein des Vicekönigs - Statthalters Marquis von Hastings dritthalb Millionen Sterling lich 1) und dessen Sohn Schah Haider theils dafür, theils, weil es die englische Politik erheischte, den Nabo b (Nu w w ab) yon Aude, als den erblichen Großwesir der ehemaligen Großmogolen mit den noch übrigen Abkömmlingen derselben vollends zu kompromittiren, zu Ausgang des Pindari-Kriegs von den Engländern nicht mehr als Wesir des Großmogols, sondern als König und unumschränkter Herr von Aude anerkannt ward. Haider Schah trat in seines Vaters Seadet Ali Fußstapfen, welcher der einzige von allen indischen Fürsten wahre Neigung für europäische Bildung bewies 2), indem er nicht nur die von seinem Vater an= gefangenen Bauten und Verschönerungen seiner Residenz Lekhneo ) vollendete, sondern auch in selbem Jahre, wo er den Thron bestieg (1813), die Verfassung des vorliegenden Werkes begann, und, wie er in dem Vorberichte (I. S. 7 1.3.) erzählt, in dem Zeitraume von zwey Jahren zu Stande brachte. Die über

1) The Honourable Company was accommodated with above two millions and a half sterling on my simple receipt. S. 16, in dem als Manuscript gedruckten Summary of the admini stration of the Indian Government, from October 1813, to January 1823. By the Marquess of Hastings, Governor-General. London: William Earle, Berkeley Square 1824. Reprinted at Malta.

*) He possesses superior abilities to the generality of his countrymen, and is the only native prince who ever appeared to have a real taste for European conveniences. Hamilton's East Gazeteer, London 1815. . 133.

3) So und nicht anders muß der von den Engländern Lucknow ge schriebene Namen der Residenz ausgesprochen werden. Siehe V. Band, Seite 70.

allen Begriff kurze Zeit von zwey Jahren, in welcher es einem gewöhnlichen Gelehrten, der auch von allen anderen Geschäften befreyt sich einzig und allein lerikographischer Arbeit widmen könnte, kaum möglich wäre, sieben Folianten zu schreiben, be= rechtigt schon allein zur Voraussehung, daß der königliche Verfasser wenigstens die mechanische Arbeit der Zusammentragung des Stoffes den Gelehrten der zahlreichen Akademien seiner Residenz aufgetragen und seinen (bey der vorwaltenden Sorge der englischen Verbündeten freylich minder verwickelten) RegierungsGeschäften unbeschadet, sich blos die Auswahl und Anordnung des gesammelten Stoffes vorbehalten haben werde, weil er im Vorberichte (I. S. 3 vrl. 3.) ausdrücklich als der Verfasser des Werkes genannt wird. Ohne hier weiter auf die Untersuchung eingehen zu wollen, wie viel von diesen sieben Folianten den Professoren und Akademikern, und wie viel Sr. Majestät de m Bater des Sieges, dem Beehrer des Glaubens, dem Schah der Zeit, dem Glaubenskämpen, dem Löwen, dem Padischah (dieß ist die Uebersehung des deni englischen Buchtitel eingeschalteten persischen Königstitels) ange= hören, so ist es gewiß, daß seit dem größten der indischen Großmogole, seit Kaiser Ekber, kein anderer indischer Fürst der Wissenschaft so wesentliche Dienste geleistet habe, als Schah Haider, welcher nicht nur die Herausgabe und den Drnck dieses Werkes, im größten Folio mit größtem (zur Auswerfung der einzelnen Wörter benüßten) Rande mit typographischer Pracht besorgt, sondern auch mit königlicher Freygebigkeit eine Anzahl von Exemplaren der ostindischen Gesellschaft zur Vertheilung an die ersten Bibliotheken und Orientalisten Europa's übersendet hat. Nicht sowohl der größere, Reichthum an Wörtern ist das vorleuchtende Verdienst dieses großen persischen Wörterbuches vor den bisherigen besten, nämlich vor dem Ferheng Dschihangiri, Ferheng Schuuri 1) und Burhani Fati 2), sondern vielmehr die genaueste Bezeichnung der Aussprache jedes einzelnen Wortes, Buchstab für Buchstab und Vo= kal für Vokal, so, daß fortan jeder in Europa durch die falsche Aussprache von Reisenden so oft veranlaßte Streit über die wahre Aussprache eines Wortes künftighin aus dieser Quelle unwider

1) Ferheng Schuuri, gedruckt zu Konstantinopel 1555 d. H. (1742) in zwey Folio-Bänden.

2) Burhani kati, gedruckt zu Konstantinopel 1214 (1799) 1 Folio-Band, und Boorhani Quatiu, a Dictionary of the Persian Language, explained in Persian, by Capt. Thomas Roebuck. 4to, Calcutta 1818, 1 kl. Folio-Band.

ruflich entschieden werden kann 1). Der größere Reichthum von Wörtern ist mehr ein scheinbarer als wirklicher, denn, wenn gleich der Burhani kati nur 2004 Wörter, der Ferhengi Schuuri deren 22550, das vorliegende Werk aber deren 22777 aufführt, so besteht dieser größere Reichthum meistens nur aus arabischen oder griechischen Namen von Pflanzen und Medikamenten und ein paar hundert Send wörtern (wofür der Ferhengi Schuuri ein paar hundert dschagataische gibt), wäh rend andere theils im Ferhengi Schuuri, theils im Bur hani kati aufgeführte echtpersische Wörter fehlen, welches in dem als Anhang dieser Anzeige gelieferten Wörterverzeichnisse mehr als einmal zu bemerken Gelegenheit seyn wird.

Den ganzen Wörterschaß eines Lerikon zu mustern und zu sichten ist die mühsame aber unerläßliche Pflicht eines sprachfähigen Beurtheilers desselben, wenn er anders eine gründliche und belehrende, und nicht blos oberflächliche oder unterhaltende Anzeige davon zu liefern gefonnen ist 2). Wirklich hat die hier ge1) Wie z. B., gleich in der Aussprache des Namens Lekhneo (V. S. 70) welches die bisherigen Anzeiger dieses Wörterbuchs, in der Leipziger Literatur-Zeitung, in den Göttingischen gelehrten Anzeigen und in dem Konversations-Blatt, ja selbst in dem Journal des Savans feiner an der Quelle selbst zu berichtigen sich die Mühe gegeben, sondern blos mehr oder weniger die bisherige englische Schreibweise nachzubeten für gut befunden haben, indem die Leipziger gelehrte Zeitung Luknau, die Göttinger gelehrten Anzeigen Lucknow und das Convers. Blatt Lekehnou st. Lekhneo schreiben. Es heißt B. V. S. 70: Mit Feth auf dem ersten Buchstaben, der zweyte ruhend, so daß das h mitgehört wird (Lekh); das Nun mit Feth und das W a w mit Dhamm (neo); also Lekhneo. 2) Oberflächliche Anzeigen dieser Art sind in jüngster Zeit in deutschen recensirenden Blättern nur zu sehr Mode geworden, und um nur bey dem vorliegenden Werke stehen zu bleiben, gehören darunter namentlich die Anzeigen desselben in der Leipziger Literatur- Zeitung und in den Göttingischen gelehrten Anzeigen, deren Verfasser, fen es aus Flüchtigkeit, sey es aus Unkunde, bey der bloßen Schale und dem Aeußeren des Werkes stehen geblieben sind, ohne im Geringsten den Gehalt selbst zu erfassen, über welchen sie vielmehr noch zum Theile irriges Licht verbreiten, wie z. B. über die große, 22 Folio Seiten füllende Episode des V. Bandes (S. 140 bis 162), welche einen im höchsten Schmuck persischer Nedekunst ausgeführten Apolog mit eingeschalteten Erzählungen nach dem Muster der sogenannten Fabeln Bidpai's enthält, dessen Lehre einzig und allein dahin geht, die Nothwendigkeit des gemeinsamen Vereins von Kräften zur Erreichung großer Zwecke einzuprägen; ein Apolog, der allem Anscheine nach in früherer Zeit von dem königlichen Verfasser in der guten Absicht geschrieben seyn mochte, indischen Radschas die Nothwendigkeit von Einigkeit zu predigen, wenn wider den gemeinsamen Feind etwas mit Erfolg ausgeführt

lieferte Anzeige des lerikographischen Schahes der ersten sechs Folianten des Siebenmeers (der siebente enthält blos Grammatik, Metrik, Rhetorik und Poetik) den Recensenten nicht weniger als sechs Monate lang ausschließlich literarisch beschäftigt, indem es nicht genug war, die sechs Folianten bloß zu lesen, sondern weil dieselben zum Behufe dieser Arbeit auch ausgezogen, die Auszüge wieder theils alphabetisch, theils nach den Mate= rien in Ordnung gebracht, und dann erst wieder mit dem Jnhalte der bisherigen besten persischen Wörterbücher, dem Ferhengi Schuuri und Burhani kati (der lehte des Dschihangiri vermehrte Bearbeitung) verglichen werden mußten, um zu dem erwünschten Resultate eines gründlichen Urtheils über den Reichthum (nicht nur den nominellen des Wörterbuchs, sondern auch den reellen des Sprachschaßes selbst) und einer erschöpfenden Anzeige (nicht nur der Wörter, sondern auch der Sachen) zu gelangen. So ist diese Anzeige denn die Frucht fechsmonatlicher literarischer Roboth *), dergleichen Recen sent für die Anzeige keines andern Werkes je unternommen, noch wieder sobald zu unternehmen gesonnen ist, und auch für dieses

werden sollte; welchen der Verfasser aber, nachdem er sich selbst den Engländern ganz in die Arme geworfen, blos als ein Muster feiner Uebungen in persischer Nedekunst dem Drucke übergeben zu haben scheint, um damit die Seitenzahl des V. Bandes, der sonst zu mager ausgefallen wäre, in gleichem Verhältnisse mit den übrigen anzuschwellen. Die Hauptperson dieses Apologs ist die Ringeltaube (Mutawwaka). Diese Episode nennt die Anzeige der Leipz. L. Z. »eine ganze Abhandlung mit beträchtlichen Auszügen aus Erzählungen, und Dichtern«, und Herr Ewald, der unterschriebene Verfasser der Anzeige in den göttingischen gelehrten Anzeigen (1825, Nro. 169) sagt gar, daß der Verfasser hier eine lange Abhandlung über eine seltne Taubenart einschiebe! Die zweyte Episode beym Worte Menische (V. Bd. S. 167 bis 173), von welcher die beyden erwähnten Anzeigen gar nichts melden, ist die vom Verfasser neu bearbeitete Liebesge= schichte Menische's, der Tochter Efrasiab's mit Bischen, dem Sohne Kiw's, welcher bekannter Maßen eine der schönsten Episoden des Schahname bildet, mit welchem der königliche Verfasser also hier im persischen Verse wie durch den Apolog der Ringeltaube in der reich gereimten Prosa des Enwari Suhe ili (die persische Bearbeitung der sogenannten Fabeln Bidpai's) rühmlichst wetteifert.

*) Roboth, oder Nobath (siehe Heinsius) für Frohne, welches man insgemein aus dem Slavischen herleitet (in welchem robota mit dem deutschen Arbeiten zunächst verwandt scheint), ist das arabische Rubath, welches die Pflicht des Gränzwächters im heiligen Kriege, Besorgung des Schlachtrosses, und auch jedes mit Geduld und Beharrlichkeit ausgeführtes Gott gefälliges Werk bedeutet.

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