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» Ofe vom V. Papebroch vernommen, daß er dem W. Mabillon, den er seis

nen Freund nante, für einen Vortheil vielen Dank duldig fey, welchen er anfänglich von seiner eigenen Arbeit erwartet habe, und der darin bestché, daß inan endlich gewisse Regeln habe, die wahren Urkunden von Den falschen zu unterscheiden. Er bildete sich also nicht ein, daß er dem V. Wabillon die Regeln an die Hand gegeben, weil er im Gegentheil erkennet, daß er sie ihm zu verdanken Şabe. Hierauf baben also diejenigen, welche dieses zwan; zig Jabr nach dem V. du Sollier behaupteten, nicht gehörige Ucht gehabt.(9)”

S. 20. Der V. Papebroch billigte nicht nur die Diplomatik sowohl mündlich als Fortsegung. schriftlid), sondern er unterlies auch nicht, sie in den Schriften, die er nachmals her: ausgab, ju rúmen. Dýnerachtet er eben denselben Gegenstand nach ganz verschie: denen Grundfäßen abgebandelt hatte, so machte er doch nicht die geringste Schwie: rigkeit, seine Grundfåge zu widerrufen und den Regeln des V. Mabillon beizutre: ten, die die reinigen bestritten. Nachdem er sich von ganzem Herzen für die Diplo: matik des Benedictiners erflåret hatte, war er noch so aufrichtig und bescheiden, daß er nicht nur seine Arbeit über diese Sache verachtete, sondern sich auch für úber: võunden erfante (?). So gar in dem Register zu seinem Propyléo vom Monat Way bålt er fiche für eine Ehre, den Sieg feines Gegners und seinen eigenen Berlust befant zu machen (V). Er versichert daselbst, er babe zwar bey Gelegenheit einen Versuch gemacht, die ersten Zuge der Diplomatik zu entwerfen, und dieser fein Versuch fen auch nicht ganz ohne Feler; indessen habe Herr Mabillon diesen

Ger

(1) Siehe unten die Anmerk. » ternemung fähig seyn, anfüret, in diese Nus: lantate fed impari ad rem tantam inftru.

fchreifung gefallen waren, welches doch noch menti neceffarii copia, obiter delibaui, occa

nicht zugegeben wird; so hätte doch der Ver: fione Treuirenfis cujusdam figmenti. Quamuis ” fasser nicht die ganze Gefellschaft einer solchen enim iftud fatis eucrfum fit lucubratiuncula » Verbindung beschuldigen sollen, indem er prædica, assentiente ipsomet Mabillonio, ad

in derselben selbst den V. Chifflet, den V. lucem tamen dignioris istius justique operis, Balbinus, den V. Srisen und den V. Mal illa fic mihi ipfi viluit; vt in ea nihil fere

lebranche für aufrichtige und getreue Kenner amplius inueniam, quod placeat, quam quod « der Altertúmer hält.” Dis sind die eignen ex dubiis istic a me fortuito motis, tam in. Worte des Journal S. 2090.

fignis commentarius nasci potuerit , ab co, (D) Si . . alter .. meos, fi quos inue. qui rem ex professo pertractauit

. Equidem fic

exiftimo neminem turpiter vinci, vbi glorio. nerit errores, corrigat, adeo non feram id fum fuit certare.

In Propyl. Maii Conat. aegre; vt cum animi gratulatione fincera cef

Chronico - Hift. p. 3. surus ei palmam fim, eademque promtitudi. 'ne ei assuredurus, qua eruditiffimi Patris (P) Diplomatica res a nobis occasione, Joannis Mabillonii de re diplomatica opus ex nec fine erroribus delibaca , a Mabillione ex cepi, & poftquam legeram approbaui; licet profeffo accuratius pertractara.

In propyl. in non pacuis contrarium eis, quae in argu. Maii Ind. rer, memorab. ad verbum Diplomamento eatenus intacto, optima quidem vo. tica. Diplom, I. Th.

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Gegenstand gründlich und weit genauer abgehandelt. Er war in den obeserbebun: gen der neuen Diplomatik unerschöpflich und glaubte, das Werk und dessen Ver: fasser niemals nach Würden rúmen zu können (D). Endlich redete er fast funfześn Jabr hernach, nachdem dieses besondere Werk an das Licht getreten war, noch unter eben den Empfindungen der Bewunderung von demselben, die er bey der ersten les sung dieses vortreflichen Werks gefület hatte, und rabe fein eigenes Wert noch immer als eine Arbeit an, die febr vieler Verbefferung bedürfe (3).

S. 21. Hidesii Ein:

Nachdem Hr. Lenglet die Vorwürfe des Hrn. Baudelot nachgeschrieben, würfe. ro wendet er sich zu einer weit wichtigern Beschuldigung, welche die in der Diplos

matik festgelegten Regeln betrift. * Nichts fonte seiner Meinung nach (a), diens

licher seyn, die verborgensten und dunkelsten Abschnitte der erstern Zeiten in uns serer Geschichte sowohl als in der Geschichte anderer Volfer aufzufláren; wenn man sich nur auf die Regeln, die falschen Urkunden von den achten zu unterscheis

den, welche diefer gelehrte Benedictiner vorgetragen, båtte verlassen fónnen." Was unsern Verfasser in diese Ungewisbeit versetzet, ist dieses,” daß selbst die Englåna

der einige fritische Anmerkungen über das Werk des V. Mabillon gemacht und » dessen Gründe angegriffen baben; indem fie die von ihm vorgetragenen Regeln

Der Geschichtschreiber der über die Diplomatif entstandenen Streitigkeiten ist schon lange vor dem Hrn. Lenglet dem Urtheil des Sickes beis getreten, welcher in seinem berümten Schaß der mitternachtigen Sprachen dem

Verfasser der Diplomatik zwar viele lobeserkebungen beilegt, aber zugleich auch den größten Theil der daselbst vorgetragenen Regeln die achten Urkunden vous den unachten zu unterscheiden verwirft (6).

S. 22. Beantworz Wozu dienen aber die vielen Lobeserkebungen eines Buchs, dessen Grundfake tung.

man bestreitet ? Wenn die Regeln der Diplomatik, anstat daß fie Folgerungen dies fer Wissenschaft feru, folten, die Grundfäße derselben geworden sind; wenn die meisten dieser Regeln von dem engländischen Kunstrichter mit Recht verworfen worden, ja wenn.” erst neulich Hr. Sides, ein gelehrter Engländer, fast alle Res

geln des V. Mabillon nach einander widerlegt hat (c): To ist ja das prachtis ge Gebäude, welches ihm so viele Mühe gekostet, der Erde gleich gemacht worden, so daß es weiter nichts als nur noch die Trümmern aufzuweisen bat. Jedoch sind denn wohl die Grundfäße der Diplomatik dadurch erschüttert worden, daß man etwa ei: ne halbe Seite oder aufs hdchste eine Seite in derselben untersucht hat? Nun er: strecket sich aber die ganze Prüfung dieses grossen Werks, welche der gelehrte Englán.

der

90 bestritten.

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(3) Ada SS. Janii tom. I. p. 686. (a) Lenglet Method. I. 2. p. 380. (b) Histoire

des Conteltat, sur la Diplomat. p. 7. (c) Mem. de Trevoux, 1707. p. 1336. (Q.) Sæpe mihi laudarum, nec vnquam fa- tis laudaridum opus Foannis Mabillionis de re

diplomatica. Ibid. Paralipom. p. 60.

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der angestellet Kat, wirklich nicht weiter. Sie betrift nur fechs oder Feben algemeia ne Regeln, die das dritte Buch der Diplomatik beschliessen. lleberdem sind dies, wie man wohl bemerken mus, feine Regeln, die achten Urkunden von den uns achten zu unterscheiden; sondern es sind nur Anmerkungen, wie sie Hr. Xabils lon felbst nennet, oder Regeln der Klugheit, welche man zu beobachten hat, wenu man nicht in diejenige Ausschweifung verfallen wil, worin einige Kunstrichter unter dein Vorwand das achte und falsche in den alten Urkunden zu unterscheiden, geras ten sind. Es ist also die Benennung der Gründe der Diplomatik diesen Regeln mit eben der Frengebigkeit beigelegt worden, mit welcher er den Abbildungen voit Urkunden und Buchstaben ertheilet worden. Die Regeln eines so weitlåufigen Werks find gewis nicht in die engen Grenzen einer einigen Seite eingeschränket. Sie sind durch alle Bücher und besonders durch die dren ersteren vertheilet. Sickes bat dager im geringsten nicht die Grundsäße und Regeln angegriffen, die zwar nicht auf spikfindige Folgerungen, wohl aber auf gewisse Gründe, auf unleugbare Bege: benbeiten und auf unstreitige Denkmåler berufen und auf einer jeden Seite der Diproinatik vorkommen. Sie ist daher kaum nur obenýin berúret, folglich im ge: ringsten nicht erschüttert und umgestossen worden.

$." 23. Ueberdem trug der gelehrte Englånder fein Bedenfen die algemeinen Regeln Fortsetung. des Hrn. Mabillon, die der Gegenstand seines Tadels waren, einzuräumen. Ja er billigte sie insgesamt ohne Uusname, er verlangte nur, daß sie auf gehörige Ure erflåret und nicht zur Verteidigung unáchter Urkunden gemisbrauchet wurden (R). Er wuste nichts wider diese Regeln einzuwenden, als er daß glaubte, sie waren in alzu algemeinen Ausdrücken abgefast, daber sie verschiedene nachtheilige Folgen haben ton: ten. Wir würden daber auch den grösten Theil seiner Erklärungen und Einschrán: kungen nicht misbilligen : wenn er nicht glaubte, man schlüge ißm etwas ab, was man ihm doch wirklich einräumet; wenn es nicht scheinen würde, er wolle aus sechs oder sieben ein wenig unrichtig verstandenen Regeln von dem Grunde des ganzen Werks urtheilen, und wenn er sich nicht eingebildet, es senn dieselben nach des Hrn. Mabillon Meinung schon zulånglich die Richtigkeit oder Unrichtigkeit aller Urkun: den zu bestimmen. Dies sind die Folgen, wenn may ein gelehrtes und an einander þångendes Wert aus einigen abgebrochenen Stücken beurtheilen wil. Endlich wenn auch Sickes im Ernst die Grundfäße der Diplomatik angegriffen fåtte; ro müfte man doch zugeben, daß die Gelehrten in Grosbritannien durch seine Grüns de weder sonderlich gerüret, noch auch von ihrem glücklichen Erfolg hinlänglich über: geugt worden. Wir wollen nur einen einigen Beweis þiervon anfüren, der aber

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ents

• (R) Quoad regulas, quas in veterum in- ckesü tbes. Ling. vet. L. 1. præf. p. XXXVI. strumentorum cenfura obfervandas tradit Wenn wir von den algemeinen Regeln der Dis Mabillonius, eas rite explicaras comproho do plomgrit handeln, wollen wir die Gründe, die ample&tor omnes; vtpote quas ipfe in exami- diesen gelehrten Englånder zur Beurtheilung nandis chartis vereribus noftris, quarum non. der Diplomatik bewogen, ausfürlich untersus nullas damngui, operam dedi observare. Hic chen.

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entscheidend ist. Dieser ist aus dem im Jafr 1739 gedruckten auserlefenen Schas schotländischer Urkunden und Münzen genommen, den Jacob Anders fon gesammelt, Thomas Ruodiman aber zu Stande gebracht hat. Hierin wird die Wissenschaft falsche und untergeschobene Urkunden von achten zu unterscheiden, mit Stilschweigen übergangen, und der Leser aufdie Diplomatik des berühmten Sen. Johan Mabillon verwiesen (O). Wird hier nicht alles mit zwen Worten ge: sagt? Sickes war in der That viel zu scharfsinnig, als daß er einem Buche fo gros: fe Lobesergebungen beilegen solte, dessen Grundfäße er für so ungegründet geþalten gåts te. Diejenigen aber, welche seine Einwürfe so sehr erhoben, baben sich eingebildet, es würden durch die Bestreitung der Regeln der Diplomatik zugleich die Grundfå: ke derselben erschüttert, und die Ursache dieses Vorurtheils bestehet darin, daß sie die Regeln und die Grundfake dieser Wissenschaft mit einander verwech felt jaben. In: dessen mufte die Verwirrung der Begriffe hier um so vielmehr in die Uugen Fallen, da die bestrittenen Regeln unleugbar nur Folgerungen des Werks selbst sind, die vorgetragenen Grundfäße hingegen und beigebrachten Beweise die wahren Gründe desselben ausmachen. (3)

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S. 24. Angrif des Zu dem von dem Sickes entlehnten Beweis füget der Verfasser der Geschich Krn Simon, te von den über die Diplomatif entstandenen Streitigkeiten noch den Einwurf Molinet u. a.

des V. Germon, der ión aber von dem Hrn. Simon und dieser wiederum von dem V. du Molinet geborget gat. Da derselbe durch so viele Hände gegangen, so ist er aus einer Mücke zu einem Elephanten worden. Der V. Gerinon beruft fich, dem Hrn. Raguer zu Folge," auf das Zeugnis des V. Molinet, Canoni:

ci regularis der beil. Genovefa, welcher, wie Hr. Simon in seinen critischen Briefen verfichert, behauptete, man fónne das Werf von der Diplomatik aus

den darin befindlichen Urkunden (Chartes) selbst widerlegen. Man fånné das Werk von der Diplomatik aus den darin befindlichen Urkunden felbst widerle: gen; das ist eine erschreckliche Beschuldigung. So ungewönlich sie aber auch ist, so giebt fich doch Hr. Raguer nicht die geringste Mühe, ihr einigen Schein zu ge: ben; es müfte denn das Zusehen des von ihm angefürten V. Gerion (e) die Stelle eines jeden andern Beweises ben ihm vertreten. Wenn er den Gedan: fen seines unmittelbaren Gewåfrmannes auf das genaueste folgt, so kan man nicht leugnen, daß es seine leser rebr befremden mus, daß er einen Ausdruck alzusehr eins schránket, den der Jesuit ganz algemein abgefasset hatte. Die Mitbrüder des leb: tern drucken sich noch unbestimter aus, wenn sie sagen: * Der V. du Molinet, Cas

nicus regularis der geil. Genovefa þat vor mehr als zwanzig Jahr geschrieben, man kónne bie Diplomatik aus der Diplomatik selbst widerlegen (f)."

S. 25.

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() Bibliotheque Britannique, tom. 14. part. 1. p. 113. (e) Germon. discept. 3. p.

14. (f) Mem, de Trevoux, 1707. p. 1326.

3) sidefii Einwürfe sind schon vom Theodes des mabillonischen Werks mit so vieler Grund: ricus Ruingrt in seiner Vorrede zurneuen Ausgabe lichkeit als Bescheidenheit beantwortet worden.

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S. 25. Da uns aber der V. Germon auf die critischen Briefe verweiset, so wollen Beantwor. wir uns bey denselben selbst Raths erholen. Der V. du inoliner, Heist es da: tung dessels

ben. felbst, beschuldigt den geleßrten V. Wabillon ungescheut, daß er bey den urkundlichen Schriften, (actes) die er bey diefer Sache in seinem Werke de re diplomatica angefüret, nicht anfrichtig gnug gewesen. (Man entdecket hier die Schreibart des Hrn. Simon, die von des V. du Moliner Art sich auszudrücken, febr vet: schieden ist.) ga er bedienet sich sogar feiner andren Stücke, ihn der Unrichtig:

keit zu überfüren, als derer, die in der Diplomatik selbst enthalten sind (9).” Hier befomt die Sache schon ein ganz ander Ansehen, und die Gegenstande die vorbin ungemein vergrössert worden, bekommen nunmeør ihrę ordentliche Gestalt wieder. I. der Ausdruck Urkunden (chartres) war ein wenig nachdrücklicher als die Bes nennung Instrument, diese aber wolte schon mehr sagen als das Wort Stücke(pieces). Bald wird auch dieses lettere, welches noch afzunachdrücklich zu seyn scheinet in 2b: bildungen von Buchstabenzúgen verwandelt werden. 2. Es sind nich: mehr die Bücher von der Diplomatik , welche durch die darin befindliden Urkunden der linrichtigkeit überfürer werden konten; welches anzuzeigen scheinet, daß man diese Bücher als ein Gewebe von Unrichtigkeiten und Widersprüchen vorstellig machen wolte: die Beschuldigung trift nur gewisse Stücke der Diplomatik, welche, wenn man dein Hrn. Sinion auf sein Wort glauben darf, auf einen oder zwer Widersprüche, auf eine oder zwey Uinrichtigkeiten eingeschränfet werden können. Mit einem Worte, der ganze Tadel betrift weder Urkunden noch Diplomata, noch auch gerichtliche Schriften. Denn was ilt das für cine Sache, bei welchem Hr. Mabillon, wie Hr. Simon behauptet,urkundliche Schriften angeführer. Ist es etwa beyGelegenheit des Streits über die Diplomatik geschehen ? Imgeringsten nicht. Es ger fchahe ben Gelegenheit einer Zwiftigkeit über den Urheber des Buchs von der Nach: folge JEsu. Ben dieser Streitigkeit aber bat man gewis niemals weder über Urs kunden, noch auch über andere dahin gehörige Stücke geftritten. Der V. Germon und Sr. Raguer haben sich daber geirret; indem der erstere Stücke für Instru: mente, der leştere aber Instrumente für Iltkunden gehalten, beide aber vorgege: ben haben, man kønne das Wert von der Diplomatik durch die darin befindlichen Urkunden oder Instrumente widerlegen.

S. 26. Wir werden diesen Gegenstand nicht hinlänglich erläutern können, wenn wir Ursprung dies nicht bis auf den ersten Urheber dieser Schwierigkeit zuweit gehen. Der V. Ger-ses Einwurfs. mon sucht sein Vorgeben mit einer Schrift vou des V. du Joliner Urbeit zu er: weisen, welche Hr. Simon in seiner critischen Bibliothek berausgegeben hat (b), Dies ist diejenige Quelle, deren Bache inimer mehr und meør verfälscht worden, je weiter sie sich von der erstern entfernet haben. Die eigenen Worte des V. dujos linet werden unsere leser davon überfüren fónnen. » Der V. Mabillon, sagt er,

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(8) Lettres critiq. p. 108. (h) Bibliotheq. critiq, toin. 3. Ch. 2. p. 19. M. f.

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