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um auf das Original berufe, wenn es nicht mehr vorhanden ist. Auf diese Weise 1. wird sich Herr le Clerc niemals etwas anfechten lassen. Füret man ihm die Stelle

Cypriani von den dreien Zeugen im Himmel an, tres sunt qui teftimonium dant in coelo, Pater, Verbum et Spiritus sanctus, so wird eţ den Uugens

blick antworten, das Eremplar fen verfälscht; und wenn man sich dagegen auf den » Keiligen Sieronymus beruft, so werden unwissende Abschreiber oder einige åbels

gesinte třJónche die Stelle eingeschaltet ħaben, worin sich dieser Kirchenlehrer bes

klagt, daß die Worte Johannis, tres sunt qui testimonium u. T. f. von den » Regern in ißren Exemplaren unterdrückt worden. Sie werden, sage ich, diese » Stelle von dem Rande mit in den Tert gebracht gaben. Die Schriften der Kirs

chenlehrer find so vielen Zufällen ausgefekt gewesen und durch fo viele Hände bis »?. ju uns gegangen: daß nach den verschiedenen Absichten derer, die fie bez » tant gemacht haben, notwendig verschiedenes hinzugelegt und wegges

lassen feyn mus. Hierdurch hebet Herr le Clerc die ganze Ueberlieferung auf » einmal auf. Vielleicht wird auch die Heilige Schrift

, ihre einige Regel, ein wenig » daben leiden müssen." Derin die Eremplare der beiligen Bücher sind eben denfels » ben Schicksalen unterworfen gewesen Es find also, dem ». Despineul zu Folge, die Eremplare sowol der heiligen Schrift als auch der Kirchenlehrer fremden Zufăßen und manchen Weglassungen ausgeseket gewesen, und dis nach Masgebung der verschiedenen übsichten derjenigen, die diese Eremplare an das licht gestellet þa:

ben. Dis ist noch ärger, als wenn jemand die Beibringung der Driginale der Ev: 1,? angelisten, der algemeinen Kirchenversamlungen und der heiligen Våter verlanget.

Und demohnerachtet wird es dem V. Despineul von niemand als ein Verbrechen an: gerechnet. Denn obgleich der Saß ein wenig Hart zu fenn scheinet; so wird man işm doch auf eine gerechte und billige Weise nicht Schuld geben können, daß er seinem Gegner die Verfälschung der heiligen Schrift in wichtigen Stücken, oder die Pers unstaltung aller Schriften der Kirchenvåter iþren wesentlichen Stellen nach einges raumet habe.

Beschlus.

S. 248

i Den Abschriften oder Abschreibern Vorwürfe zu machen und sie aus dem Oris ginal oder ebex fo bündigen Gründen nicht beweisen fónnen, ist diesem gelehrten Ver: Fasier zu Folge ein Kunstgrif der Keßer. Bebaupten wollen, daß die Kirchenvåter und Heiligen Bücher fo vielen Schicksalen ausgefesse gewesen und durch so viele yande gegangen, daß nach Masgebung der verschiedenen Vortbeile derer, die sie be: fant gemacht, notwendig manches eingeschalter und weggelassen feyn mus, beist ben ißm die Heilige Schrift und die ganze Ueberlieferung auf einmal auf: Keben oder dieselbe wenigftens mit der grösten Wuth bestreiten wollen (M). Wir

wollen

(IR) Uuf diese Welse hatte sich der gelehrte fel 1699 gebrudtet Kritischen Briefen des Jefuit mit nod mehrerm Radiorud über den sertn Simon S. 123 angefüret worden. Bertasker beschweten tønnen, der in den zu Bm Dem legtern Gelehrten zu Folge behauptet er,

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wollen noch hinzurekent, daß wenn man die alten Diplomen mit folchen Gründen be? streiten wolte, man nicht nur die allerdauerhaftesten Stüßen der Geschichte untergra: ben, sondern auch Einwürfe unterstüßen würde, die für die Religion von den wich: tigsten Folgen. Fenn fónten; wenn man auch den Unterschied noch so hoch treiben wolte, welcher zwischen den Vorzügen dieser verschiedenen Denkmåler von einan: ber, sowol in Absicht ihrer Authenticitet und der unverfälschten Richtigkeit des Tertes, als auch in Betrachtung der Gewisheit, mit welcher wir gegenwärtig úber: jeugt fenn fönnen, daß fein erheblicher Feler die Reinigkeit des Tertes in den gåtlichen Büchern jemals verfälschen fan, mit dem grösten Rechte angenommen werden mus. Ueberhaupt betrachtet, kaben sich die Abschreiber irren können; diese Möglichs

keit ist aber noch nicht hinlänglich zu beweisen, daß fie fich wirklich geirret ha:

ben. Man mus Beispiele anfüren, die die geschehene Verfalschung bestätigen", Dies ist die gegründete Antwort des Verfassers der Abhandlung von der wab: cen Religion (6), die er auf einen Einwurf der Gottesleugner von der vorgeger benen Verfälschung der Heiligen Schrift in der Erzálung der evangelischen Bege:

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bens () Traité de la veritable Religion tom. 3. P. 313. daß, vier oder fünf Bücher ausgenomment; alle ” man wird leicht sehen können, wie gotlos übrigen Schriften erst vor fünfhundert Jah: und ungereimt eine solche Einbildung ist. ren, von abscheulichen Betrügern, die er aber " Quod quam impiam fit, quam absurdum, nicht nennet, geschmiedet wurden. Incredibi. nemo non vider. Beg init einem solchen le ac fimile portenti est, quantam falforum Vorgeben, dem tein vernünftiger und gots fcriptorum fegetem de rebus cum facris cum tesfürchtiger Leser beipflichten wird, nifi profanis exfecranda ac detestabilis vna quae ” amens, et impius ". Die Ausbrücke, mit dam, vt caeteras Gleam, ante annos fere quin. welchen der V. Germon auf die Schriften reis gentos officina effuderit 5). ” Die Hand: nes Ordensbrnders, des V. Sardouin pielet,

schriften, sagt der V. Germon 6), die uns find sehr merkwürdig. Man kan sonst auch unsre Dorfaren init der größten Sorgfalt aufs des Herrn Dupins Nachricht an den Leser behalten haben, in Verdacht ziehen und der nachsehen, die seiner Bibliothet der kirchlichen

gleichen Gesinnungen unter dem Vorwand Schriftsteller des 6ten Jahrhunderts vorgefert ” hegen wollen, weil es vier oder fünf Keter ist; imgleichen die Bibliothet der Berfasser " gegeben, die einige kleine Worte unterdrúdt vom 17ten Jahrhundert, Th. 5 S. 304; ” oder verfälscht haben, sind Träume eines Herrn J. b. Menkens Reden von der Char:

höchstunsinnigen. Indessen sind es nicht latanerie der Gelebrten, 1715 ; Vindicias

blosse Traume, sondern "hochlitruchlose unb veterum scriptorum contra I. Hardouinum * strafbare Träume. Wer sich einmal einer S.I.P. Roterodami 1708; die Bibliotbeque cboi.

solchen abgeschmackten Besorgnis überlassen fie des Hrn. le Clerc Th. 14 S.332. Th. 15 S. hat, der muß notwendig auch alle Denkinas 166; Differtations historiques sur divers sujets, ler des christlichen Lehrbegrifs, die wir mit Rotterdam 1707 ; die Bibliotheque raison. der größten Ehrerbietung von unsern Vorels née, Th. 1. S. 71; die Mémoires de Tre. tern erhalten haben und von uns auf das hei: voux, Aug. 1708. 1735. und Xrierz 1747 S. ligste bewaret werden, für verdächtig hals 559.560-und endlich den Traité de la vie, des ten. Ille suspecta habeat neceffe est omnia mystéres et des années de Iefus-Christ, par le christianae do&rinae inftrumenta. Feder: Påre Hyacintbe Amar de Gravefon, S. 101.

5) HARDOVIn de nummis Herodiad. 6) GERMON de yeter. haeret. Ec

clef. cod, corrupt, P 9.

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benheiten ertheilet. Ein Sag, der feinen ganzen Nachdruck blos und allein feiner
eigenen Unleugbarkeit zu verdanken þat, låsset sich auch auf ein jedes andres Dente,
mal anwenden, so weltlich es auch seyn mag. Es mus daher eine vorgegebene
Berfälschung erst auf eine fórmliche Urt bewiesen werden, ehe man eine alte Ub:
Fchrift verwerfen fan, welche derjenigen authentischen Umstände mangelt, die erst in
den spätern Zeiten üblich und nötig geworden. Wenn nun diese Beweise felen: Po
mus man die Abschriften für acht und mit ihren Originalen für úbereinstimmig hats
ten; wenigstens was die wesentlichen Theile betrift. Wieviel Glaubwürdigkeit ver:
dienen sie nun nicht, wenn sie entweder authentisch sind oder keines gegründe:
ten und unleugbaren Felers überwiesen wer:

den fønnen?

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Zweites Hauptstück, Kritische Untersuchung der Benennung und des Gebrauchs der zur Diplomatik gehörigen Urkunden.

Einleitung.

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S. : 249

ie in den Archiven befindlichen Urkunden füren die algemeinen Na: Algemeine
men Diplomata, Charta, Instrumenta, Nachrichten, Papiere, Beneanuns

Briefe, Schriften Buleu, Handschriftliche Stücke, Scheduld, Rol: gen der ur:
Ten, Teftamente , Pracepta, Freiheitsbriefe Verordnungen

lunben. Saßungen, Verträge, Breve oder Bredete, Proceduren A) resta, Register, Geständnisse, Pachtcontracte, Untersuchungen, Copialbücher, In ventaria, 17otitia. Diesen wollen wir noch beifügen die Libellos, Tabulas, Indiculos, Titulos, Autoritates, Paginas, Munimina, Chirographa und Alus thentica. Durch diese grosse Menge von Namen werden indessen die Benennun: gen den verschiedenen Urten von Urkunden, die sowol in den öffentlichen Archiven, als auch in den Privatbehältnissen aufbehalten werden, noch lange nicht erschöpft. Viele von den jeßt angefürten fommen allen Arten von Urkunden überhaupt gu; andre pins gegen erstrecken fich wenigstens auf eine Art derselben. Einige find von der wesentlichen Beschaffenheit, andre von ihren aussern Umstånden, noch andre aber von ihren Gegen: stånden Bergenommen. Wir fónten zwar die Urkunden, dem Hrn. Mabillon (a) ju Folge, in vier Hauptarten eintheilen, nemlich in die firchlichen und fóniglichen Diplomen, in die Offentlichen Noten und in die Privatschriften. Jede dieser Arten würde fich hernach wiederum in verschiedene besondere eintheilen. Damit wir aber nicht ohne Unterlas auf einerler Schriften fommen dürfen, deren sehr viele zu meh: rern Klassen zugleich gerechnet werden können: so wollen wir sie lieber nach denjeni: gen Benennungen unterscheiden, die sie in der Aufschrift füren, oder wodurch sie sich in dem Inhalt der Urkunde selbft von andern absondern. Wir werden also die Briefe, Chartas, rocitias, gerichtliche Schriften, Gefeßgeberschriften, Verträge, Testa

mente,

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mente, Breve, Acten und Register in so viel besondere Abschriften abhandeln; ohne daben auf eine andere Ordnung zu sehen, als daß wir, fo viel als möglich senn wird, mit den kirchlichen Urkunden den Anfang machen, hierauf zu diejenigen fortgeber werden, die unmittelbar aus der oberøerschaftlichen Gewalt oder aus dem Sffentlichen Ansehen hergeflossen, und endlich mit den Acten der Privatpersonen schliessen werden. Es giebt in den Urchiven fast keine einige Schrift, der man nicht den Namen einer Chartå, einer Uete, eines Instruments, eines Diploms oder eines Briefes beilegen fónne. Die Benennungen der Chartarum und Diplomen werden mehrentheils von alten, und die Namen der Acten von neuen Schriften gebraucht; die Benennung der Instrumente únd Briefe aber fomt beiden mit gleichem Rechte fü. Einige Find nicht mehr in Gebrauch; andre aber sind von neuerer Erfindung (64).

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S. 250. Bewegungs: Ehe wir uns aber in ein so weitläufiges Feld einlassen, tirb es nicht undienlich gründe zu fenn, von den Bewegungsgründen, die uns dazu bewogen, Rechenschaft zu geben. dicfem

Man fonte uns zwar vorwerfen, daß die meisten der angezeigten Benennungen von Hauptsüd.

dem Hrn. du Cange, und den gelehrten Herausgebern feines Wörterbuchs bereits fehr gründlich untersucht und abgehandelt worden. Wir wollen diesen Sag auch gera ne einräumen. Ja wir würden uns selbst dieser Gelegenheit mit Vergnügen bedie:

men, den erstaunenden Untersuchungen dieser Verfasser Gerechtigkeit widerfaren zu du lassen. Wir gestehen daher gerade beraus, daß unsere Lefer in diesem Hauptstúd

das Wesentlichte von demjenigen antreffen werden, was ihr fürtrefliches Werf von der Beschaffenheit, dem Unterschied und der Benennung der verschiedenen in der Archiven befindlichen Denkmåler enthält. Man pflegt aber nur alsdann seine Zu:

flucht (64) In unsrer' teatfchen Sprache sind die gen bey den Ohren zu ziehen, abzuleiten geo Ausdrücke Briefe, Schriften und Urkan sucht. Mit mehrerm Grunde aber wird es al den die üblichsten dergleichen Arten von Schrif ein Wort angesehen, das mit der alten Partikel ten zu benennen. Die beiden ersteren Benensar, Ør, oder Ur, zusammen gereget ist, welde nungen wurden in den altern und spátern Zeis noch in vielen teutschen und andern Wörtern an: ten von allen Diplomen und feierlichen Schrif

: getroffen wird und sowol eine fignificationem ten überhaupt gebraucht; daher denn auch das inchoatiuam als auch intenfiuam hat. Nad davon abgeleitete Zeitwort verbriefen, so viel beiden Bedeutungen fan der Ausdruck Urkunde beiffet, als einen Vertrag oder eine gewisse Sas: forvol ein erstes und ursprüngliches, als auch eix die durch Schrift und Siegel bestätigen, wo hodistglaubiyürdiges Zeugnis bedeuten. Je von Hr. Christian Gottlob Saltans in feinein Hrn. Saltaus Gloffar. wird S. 2005 aus einer Gloflario german. medii aeui, fo zu Leipzig alten teutschen Handschrift der Evangelienbú: 1758 in Solio herausgekommen, S. 1837 mch: cher die Stelle aus dem iten Kap. Johannis an. tere Beispiele angefüret hat. Was den Aus: gefüret: Der chom zu einem urchande. da; drud Urkunde, Brkande, Urchunde und mit er urchundet von dem licht. In Job. GC: einer lateinischen Endigung Orikundium besorg

wachters Gloflario gerinan. und Goteft. trift; so håben Martbåi in manuducta ad ius pill. Reibnigens Colle&aneis etymol. Th. 1. canon, S: 463 und Hr. Pottgieffer de staru S. 177 f. wird von der Bedeutung dieser Parti: feruor. german. S.424 denselben von dem ber kel Ut mit mehrerm gebandelt. den alten Bayern üblichen Gebrauch, die Zeu:

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