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zwischen römische Bürger und zwischen Städte in entlegenen Provinzen geschlossen.
Im Gruter () und der diplomatischen Geschichte des Marquis Maffei (a) fias
den sich Beispiele davon.

Fünfter Artikel
Tractaten, Conföderationes, Ehecontracte, feierliche Bestá-

tigungsacten der Contracte.

Inhalt. I. Friedens: und Bundesverträge S. 449. IV. Ehe: und Pachtcontracte S. 455* 450.

456. : II. Subsidientractate u. ff. $.451. III. Kauf- und Verkaufvertrage S. 452: V. Bestätigungsacten der Contracte So 454

457 S. 449

. Friedens- und ie Friedensvertrage, welche entweder unter Souverains oder unter Privather: Bundesver: ren geschlossen wurden, pflegte man Charta de concordia (a), Carta mes tråge.

moriá, Concordamentum (6), Sinis u. r. f. zu nennen. Nachmals befas men sie den Namen Tractatus pacis (), Forina pacis. Die Vergleiche zwifchen Privatpersonen find gleichfals unter dem Namen Tractatus befant. Es ift befant, daß Tractatus por Alters von den fynodischen Briefen eines neuerwelten Biz schofs gebraucht worden. Wir wollen uns ben denjenigen Acten, welche Friedens instrumente oder Charten betitelt sind, nicht aufhalten, weil diese Benennungen in dem Inhalt der Urkunden selbst nicht mehr vorkommen und vielleicht auch niemals vor: gekommen sind. Eben so wenig wollen wir ben den Accorden stehen bleiben, die mit fremden Vóffern geschlossen werden; obgleich der Gebrauch dieses Uusdruks vou dem bierzehnten Jahrhundert an merkwürdig ist (o). Auch die ertheilten Volmachten, gewisse Unruhen beizulegen, können wir nebst andern eben so verständlichen Charten mit Stilfchweigen übergehen. Die Bestätigungen und Ratificationes der Frie: densschlüsse erfordern gleichfals keine grossen Untersuchungen. Indesfen kan man doch anmerken, daß die Stände von Languedoc eine Ratificationsacte des berúmten Tractats zu Cambrai ausgefertiget baben (e).

D

Treugat

S. ,450. Mit den Stilfardsschlüssen verhält es sich eben so, wie mit den Friedensvertragent, Treva, Erruga, Treuca aber bedeutet ein kénigliches Diplom, worin auf eine gewisse Zeit Friedensverfächerungen ertheilet wurden. Uls Philip der schöne die

ganze (3) GRVTÉRI (uscrípt. p. 108). (a) MÁFFEi Istor, diplom. p. 38. feqq. ra, Hilt: de Langued. tom. 2. p. 464.. (b) Ibid. tom. 3. p. 169.

(c) The Laur. Anecdot. MARTEN. com. 5. p 1427. Foedera, conuentiones etc. accurante FH. REME'R cóm: 1. p. 675. (0) Hift de Langued. tom. 3. p. 169. (9) Ibid, soin. 6. p. 8

ganze Macht feines Reichs wider den Konig von England gebrauchen wolte, ” be:

fal er allen Herren, die im Feøde begriffen waren, Stilstand zu machen und sich ge

genseitige Assurements darüber zu geben. Denn mit diesem Namen pflegte man ” die Ucte ju belegen, worin man versprach, einander wärend des Stilstands nicht

zu befehden (f). Treugua wurde von allen Instrumenten gebraucht, worin die Bedingungen des Stilstands festgesekt waren. Die Bundesverträge und Eon: federationes find zu befant, als daß wir uns ben denselben aufhalten dürften. Wir wollen nur bemerken, daß man diese Bündnisse oder Confóberationes im- zwölften Jahrhundert Conventiones, Concordia, Sacramentum zu nennen pflegte (9), weil sie mit einem Eide bestätiget wurden. Es wurden auch zuweilen Cyrographen von denselben ausgefertiget (h),

S. 451. Dergleichen sind die zwey Charten, die den Unfang der berümten Samlung des Subsidiens Rymer ausmachen (i); welche beide mit einem Cyrograph versehen sind. Sie fans tractate. gen mit dem Worte Conventio an, welches die Aufschrift derselben ausmacht. Es sind indessen wirkliche Subsidientractate zwischen Seinrich 1, König von England und Robert Grafen von Flandern. Weil man aber damals fast alle Verträge, welche unter den Grossen errichtet wurden, wenn sie einander nicht volkommen gleich waren, auf die Begriffe der Lehne und der Unterthänigkeit zurückzufüren pflegte: fo wird die Geldhülfe von 400 Mark Silbers, zu welche sich der König gegen den Gra: fen verpflichtet, als ein Lehn vorgestellet, wovon dieser dem König von England die Huldigung nebst dem Eid der Treue leistet und sich anheischig macht, ihm nach der ersten Convention járlich soo, nach der andern Convention aber 1000 Reuter zu stel: len, ja ihm in Person zu dienen; ausser (2), wenn er als ein Vasal mit Ludwig (B),

Fff 2

König

(f) Le P.DANIEL hist. de France sur l'an 1396. (9) Hist. de Langued. ibid.
tom. 3. p. 140.

(h) MARTENE Thefaur. Anecd. tom. I. p.586.771.
Foedera, conuentiones, litterae et cuiuscunque generis acta publica, accurante TH.

RYMER. Lond. 1704. tom. I. p.1.4. (0) Eben diese Clausel befindet sich in der macht. Von einein Lehne komt gleichfals nichts Convention von 1163 zwischen den König von vor. Sie verpflichten sich blos einander mit al: England und dem Grafen von Slandern. In ler ihrer Macht beizustehen. Es sind dis die einer andern Convention aber, foedus et conuen.: drev ältesten Schriften von der lebusunterthas! cio, zwischen Richard Ip-Kidnig von England . nigkeit der Grafen von Slandern. Hr. du Pui und Balduin, Grafen von Slandern, ist diese füret in seinen Gerechtsamen des Königs diet Einschránkung nicht befindlich. Diese wurde, Huldigung, die Balduin 7 dem Philip Jagust dem Rymer zu Folge, iin Jahr 1197 errichtet, ini Jahr 1192 geleistet, als die erste Acte an, und ist eine Judentur mit einem Cyrographo, mit die die landesherrschaftliche Gewalt der Kdnige Zeugen und dem Siegel der einen Parten. Sh: in Srankreich über die Grafen von Slandern be: ren Inhalt nach ist sie ein wirklicher Offensiv: weiset. Rymer Th. 1. S.67. und Defensivvertrag zwischen zwery Fürsten und (B) Rymer behauptet bery Gelegenheit die: ihre Nachfolger wider Frankreich. Es wird in: ser Einschränkung wider den Blondet, daß Phi: dessen keine gewisse Unzal von Kriegsvölkern noch lip 1, nachdem er in den Ban gethan worden, auch das geringste von einer Geldbülfe ausge: . Alle Titel der königlichen Würde, nebst all n Pors

rechten

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König von Frankreich oder mit dem Kaiser in Krieg ziehen můste.

» Es ift mert: würdig, sagt Hr. le Clerc in seinem historischen Auszug aus dem ersten Theil der » offentlichen Acten Englands (t), daß hier ein járlicher Gehalt Feodum genant

wird; da doch diese Benennung fonst nur unbeweglichen Gütern beigelegt wird. Daher man denn auch ein Lehn durch vsusfructus rei immobilis sub conditione fidei zu beschreiben pflegt. Indessen wird in beiden Conventionen ausdrück: lich gesagt, daß die 400 Mark Silbers dem Grafen Robert in feodo gegeben werden solten; nicht anders als wenn ihm ein Stücke land zu lehn gegeben wor:

den. Eben dieser Ausdruck kommt auch in einer dritten Convention vor (1), welche den beiden vorigen fast in allen Stücken ånlich ist und zwischen Seinrich 2 und seinem Sohn Seinrich eines Theils und Dieterich, Grafen von Flandern, und dessa ren Sohn Philip andern Theils geschlossen worden. Das Lehn am Gelde ist um 100 Marf vermeret worden, ohne daß die Zahl der Reuter deswegen auch höher ge: stiegen. Rymer reßt diese Schrift in das Jahr 1163. Auch in dem dritten Bans de der offentlichen Ucten Englands (m) findet sich eine solche Urkunde, worin der Graf von Savoyen, Eduard 2, von einigen Ländereien in Chablais die Lehns: pflicht teistet: ”? Es war, sagt Rapin de Thoyras sehr gewónlich (nj, daß die Flei

nern Herten von den grössern gewisse Fahrgelder namen und ihnen dafür huldig: ten; oft pflegten sie ihnen auch von gewissen Stücken ihrer eigenen Lånder die Lehnspflicht zu leisten, doch nur so lange, als diese Fahrgelder bezalet wurden. Dis erhellet aus verschiedenen Stellen dieser dren ersten Bånde (des Rymer nem: lich) und selbst auch aus dém vierten.”

S.: 452. Wertrage obs Ausser den Benennungen der Vertrage durch Convenientia, Pactum, Cons Me Shriften. föderatio, Fodus und Conventio bedienete man sich auch der Uusdrücke Liga, li:

gamentum und Ligatio in eben derselben Bedeutung. Der V. Barre, Canonicus regularis der Heil. Genevieve, hat eine eigene Abhandlung herausgegeben;

worin

Remarques historiq. et crit. fur l'hist. d'Angler. de M. DE RAPIN THOYRAS tom. 1. Abregé histor. p. 8.9. (1) RYMER P. 23.

(m) Ibid. tom. 3. P. 715. (n) Abregé hist, des actes publ. d'Anglet. p. 223. 224. , rediter derfelben verloren, und daß sein Sohn in der Regierung angenommen, und daß Philip Ludwig, so lange er unter dem Unathema ges". bis an seinem Tod regieret, ohnerachtet er sich wefen, an seine Stelle régieret. Wenn wir uns zum zweitenmat vier ganzer Jahr im Ban be: nicht in eine etwas weitláufige Untersuchung funden. Wir würden zugleich zeigen, daß fich cinlassen nrüsten, wenn wir diefes Vorgeben ge: Rymer in dem Datum, welches er der ersten hårig widerlegen wolten : fo würden wir hier Acte feiner veitläufigen Samlung eigenmächtig aus mehrern unstreitigen Denkmälern zeigen, bestimmet, geirret habe. Weil es uns aber jetzt daß wärend des ersten Bans, fo von dem Papit zu sehr von unserm Gegenstande entfernen würde; Urban 2 wider den Pbilip ansgesprochen wors so wollen wir es so lange versparen, bis wir von der, Ludwig nicht den Titel eines Königs gefüs den Titeln und Würden Philips I und Ludwigs ret, auch keine königliche Gewalt ausgcubet; daß des dicken und von der Zeitbestimung ihrer Nea ihn fein Bater, nachdem er von dem Ban losge: gierung handeln werden. sprochen worden, im Jahr 1099 zum Gehilfen

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worin er zu beweisen sucht, daß der Verlust der Verträge, der Charten und andrer ånlichen Schriften nicht so erheblich fer, als die mehresten Samler solcher Urkunden behauptet haben. ” Da diese Verträge, sagt er (o), nicht lang waren, sondern nur

ein, zwey oder drey Artifel enthielten: lo pflegte man nur die Beobachtung derfel: ben in Gegenwart gewisser Zeugen zu beschworen, welche denn wiederum eidlich

versichern musten, daß sie dieselben gehöret und die Gewår dafür leisten wolten. Er behauptet ferner, ” daß man gar leicht auch ben den Römern Spuren von sol: » chen Vertrågen oder Versprechungen finden wurde, die in einem wesentlichen Ver:

þåltnis mit den Vortheilen der Republik gestanden und allem Ansehen nach den: noch nicht schriftlich aufgefekt worden. ... Dieses scheinet sonderlich iin zwölf: ten Jahrhundert iiblich gewesen zu seyn. Die Schriftsteller dieser Zeit gedenken einiger Friedensverträge und vieler Ebecontracte, die nicht schriftlich aufgesekt, auch von den contrahirenden Parteien nicht unterschrieben worden. So wurde im Jahr

1177 zu Venedig ein Vertrag zwischen Friedrich dem rotbart eines Theils und » dem Papst Alerander 3 und dem König von Sicilien andern Theils errichtet. ”? Anfänglich wurde derselbe nur mündlich geschlossen und durch Eidschwüre bestáti:

get, ohne eine Schrift darüber auszufertigen. ” Indessen erhielten doch die sicis lianischen Gevolmachtigten, daß eine Ücte über die verglichenen Artikel anfgefekt wur: de. Der V. Barre merket hierben an (p), s. daß dieses Privilegium, welches

der Kaiser schriftlich aufzuseken befal, den Friedensvertrag enthalten habe, den Ros muald von Salerne in seiner Chronik angefüret hat. 2. Daß die Artikel ečst nach der befondern Bersamlung und auf Anhalten der sicilianischen Abgeordne: ten schriftlich abgefasset worden. 3. Daß dieser Schrift nur das Siegel des Kaisers

beigefüget worden. 4. Daß weder der Papst noch auch die Vencrianer diese » Ücte unterschrieben oder untersiegelt. 5. Daß Alexander in Absicht des Kaisers

nicht so behutsam verfaren; indem er nichts schriftliches sondern nur den blossen Eid auf dem Evangelienbüche von ihm verlanget.

S. ,453. » Wenn uns, fåret er fort (9), heutiges Tages die Absichten und von den Fortsetzunz. Contrahenten ben den Vertragen, die bis auf uns gekommen sind, gebrauchten Mittel unbefant sind: ro mus man solches nicht alleinat der Zeit, den Kriegen oder den Feuersbrúnsten zuschreiben. Es råret solches vielmehr von dem Gebrauch

mancher Völker Her, ihre Verträge nicht schriftlich abzufassen.” Demohnerach: tet haben uns doch alle diese Zufälle eine grosse Menge, wo nicht von Unterhandlun: gen der Gevolmachtigten, doch wenigstens von Friedensschlüssen, Bundesvertragen u. P. f. entzogen. Der V. Barre råumet solches selbst ein, und scheinet sich aus feiner andern Ursache darüber zu beschweren, als daß man die ohne Schriften vol: zogenen Verträge und Contracte mit den Ursachen in Bergleichung stellen könne, die uns so viele alte Denkmåler entrissen, aus welchen die Geschichtschreiber die wichtig:

Fff 3

sten

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(0) BARRE hift: gener, d'Allemagne tom. 5. p. IX.

Cp) Ibid. p. X. (9) Ibid.

p. XI.

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ften Vortheile schöpfen fónten, wenn sie noch vorhanden waren. Solte aber dieser
geleþrte Verfasser die von ihm behaupte Versáumnis der schriftlichen Verträge nicht
ein wenig zu weit getrieben haben; zumal da er dieselbe ben manchen Arten von Acten
annimt, die im zwölften Jahrhundert allemal zu Papier gebracht wurden?

scheinet, sagt er (r), daß man damals auch andere bürgerliche Unterhandlungen in
Lothringen niemals schriftlich aufgeseget. Bertrand von Mes machte gegen
das Ende des zwölften Jahrhunderts eine Verordnung, daß von allen Kaufs und
Verkaufvertragen, Versprechen und andern ánlichen Handlungen, künftighin
Instrumente oder authentische Acten aufgeseßt werden solten, ohne welche die búr:
gerliche Geselschaft nicht bestehen fdnte, und daß diese Leten in den Behältnissen
oder Archiven aufbehalten werden solten. Zu dem Ende solte ben jeder Pfarre in
der Stadt ein solches Behåltnis renn, welches mit zweien Schlüsseln verschlossen
werden fónte, und diese Schlüssel solten von zweien Biderinånnern (prud-

hommes) die in Mes Amans genant wurden, verwaret werden (C).” Wenn
die bürgerliche Geselschaft ohne dergleichen Acten nicht bestehen fonte; wie hat sie
denn vor dieser Verordnung ohne dieselben fortdauren fónnen? Der Canonicus res
gularis beruft sich auf den Calmet. Allein dieser lothringische Geschichtschreiber
þat seinen Sak durch verschiedene Ausnamen eingeschránket, die der Geschichtschrei:
ber Teutschlandes úbergangen ist. Bertrand machte, dem berúmten Benedicti:
ner zu Folge (s), eine Verordnung, worin angemerket wurde, ” daß man bis da:

hin wenig oder fast gar keine authentische und schriftliche Ucten von Kauf: und > Berkaufvertragen, Contracten, Versprechungen und andern ánlichen Dingen ge:

macht, ohne welche doch die bürgerliche Geselschaft nicht bestehen fonte. If es nicht unleugbar, daß Calmet diejenigen Charten, ohne welche die bürgerliche Gefelschaft nicht bestehen kónte, von den Acten unterscheidet, deren Zal er so gering angiebt? Uebrigens scheinet es, daß diese gelehrten Geschichtschreiber den Endzweck der Verordnung des Bertrand nicht gehörig eingesehen haben, indem sie blos auf die Errichtung Offentlicher Archive in der Stadt Meg und auf die Verwarung aller damals ausgefertigten Acten in denselben abzielete.

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Confdberas tio.

S. 454.
Wenn Fürsten gewisse Bündnisse unter fich machten, welche Confederationes
genant wurden: Po pflegten sich die Kirchen dieses Ausdrucks gleichfals zu bedienen,
ihre Gemeinschaft der Güter und des Gebets damit zu bezeichnen. Durch eine sol:
che Vereinigung wurde man in einer fremden Kirche ro wohl empfangen, als in seiner
eigenen; man dienete einander mit seinein Vermögen; betete für die Seelen der ver:

storbenen
(r) BARRE hist. d'Allemagne tom. 5. d. XI. (8) CALMET hift. de Lorraine

tom. 2. p. 194.
(©) Diese Leute nennet inan man an andern den Ursprung der Prioren der dear Amans im
Orten Gardenotes. Der Ausdruck Xmans Disces von Rouen daher leiten fdnnen; deren
stammer von deni lateinischen überal bekanten Abstammung in Absicht ihrer Benennung man
Worte Amanuensis her. Solte man nicht auch bisher noch nicht ausfindig madjen können?

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