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Höchstdenenselben durch den Anwunsch beglückter. Regierung und der zahlreichesten Lebens-Jahre in ununterbrochenem Genusse alles ersinnlichen höchsten Wohlfeyns, meine Unterthånigkeit abzustatten

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Borrebe des Uebersegers.
W enn ein Wert einer Vorrede entraten fan, welches wegen feines grossen und lehre

reichen Entwurfs und dessen geschiften und glücklichen Ausfürung für ein wah:
res Meisterstück in seiner Art gehalten werden mus: so würde ein weitläufiger

Vorbericht wohl ben keinem Buche überflüssiger und entbehrlicher fenn fönnen, als ben dem gegenwartigen, welches der gelehrten Welt durch eine teutsche Ueberseßung hiermit por Augen gelegt wird. Das Lob, welches Herausgeber fremder Urbeiten den von ihnen unter andern Verhältnissen befantgemachten Schriften in diesen vorläufigen Blättern zu opfern pfles gen, ist ein Gegenstand, welcher ben diesem Werke theils meine Fäßigkeiten übersteigt; theils aber auch in dem Munde eines Uebersekers ein wenig alzuparteiisch lauten würde. Der Uebers feßer eines Buchs ist in manchen Verhältnissen als der Verfasser desselben anzusehen. Ist dies fer schon nach seiner Autorpflicht verbunden, ben seinen Urtheilen über eigene Årbeiten die Gren: jen der strengsten Bescheidenheit niemals zu überschreiten: so wird diese Bescheidenheit auch je: nem in Betrachtung einer in einer andern Sprache von ihm Herausgegebenen Schrift wenigstens eben so wohl anstehen. Mich also in diesem Stücke keines Vorwurfs schuldig zu machen, wid ich zu dem Ruhm dieses Werfs nichts weiter binzufeßen, als daß wir solches dem gelebrten Dr: den der Benedictiner von der Geselschaft des feil. Mauri zu verdanken þaben, und daß es, wenigstens zum Theil, bereits seit dem Jahre 1750 der gelehrten Welt vor Augen liegt und so: wohl innerhalb als auch ausserhalb Frankreichs mehr bewundert als mit (obeserbebungen bes gleitet worden. Die Husfürung eines solchen Entwurfs, als sich die Verfasser gebildet haben, würde nicht nur die Kosten, sondern auch die Kräfte und Lebensjahre eines einigen Mannes weit übersteigen. Die Vater von der Congregation des þeil. Mauri scheinen für den Ruhm der Wissenschaften geboren zu seyn. Ihnen war die Bearbeitung eines bisher noch nicht þinlangs lich angebaueten Feldes vorbehalten; und sie haben solches auch in diesem Werke auf eine Art getkan, welche Bewunderung und Nacheiferung verdienet.

Da der Inhalt der erstern drey Bånde, welche von diesem schakbaren Werfe bisher an das licht getreten sind, in der vorläufigen Nachricht von der teutschen Uebersegung desselben bereits angezeiget worden: so fan derselbe bier, um weitläufige Wiederholungen zu vermeiden, mit gus tem Rechte weggelassen werden (1). Ich tónte daher auch hier für diesmal von meinen Leseru Abschied nemen; wenn nicht die gegründete Erwartung derselben noch eine gedoppelte Anzeige notwendig machte: wovon die erste zugleich einige Einwürfe Heben wird, welche wider dieses Werk nicht nur gemacht werden können, sondern zum Theil wirklich gemacht worden; die andere aber fich vornemlich auf dasjenige, was bey dieser teutschen Ausgabe desselben geleistet worden, ein:

schräns (1) Die stemlid ausfürliche Aufschrift lautet im coup d'Archives célebres et sur toùt contre celles Sranzösischen folgender Gestalt : Nouveau Traité de des anciennes Eglises. Par deux Religieux BeneDiplomatique, où l'on examine les fondemens de dictins de la Congregation de S. Maur. Tome I. 1750. cet Art :-on ctablit des Regles sur le Discernement Tome II. 1755. Tome III. 1757. in gro$ 4to. In des Titres, et l'on expose historiquement les Carac. der Vorrede zum zweiten Theil werden die Lebenso 'ceres des Bulles Pontificales et des Diplomes don. umstände des V. Toustaint, eines gelehrten Mitars nés en chaque siècle: avec des eclaircissemens sur beiters an diesem Werke bekant gemacht; den zwar un nombre considerable de points d'Histoire, de Chro- der Tod an dem fernern Untheil gehindert, dessen. nologic, de Critique et de Discipline; et la Réfu. Stelle aber von der Geselschaft mit einem anderweitis tation de diverses accalations intentées contre beau. gen gelehrten Mitgliede sogleich wieder ersetzet worden.

fchränken sol. Da indessen die zum Abdruck dieser Bogen beftimte Zeit beinage schon" verflossen ift: so werde mich dabey der möglichsten Kürze bedienen müssen.

Wenn jemand die Frage aufwerfen solte: wodurch man zu der Ausgabe dieses Werfs be: wogen worden, und warum man die bereits in grosser Anzat vorhandenen diplomatischen Werke mit einem neuen zu vermehren sich entschlossen: so würde diese Frage nichts unnatürliches und unerwartetes enthalten. Indessen würde man unbillig bandeln, wenn man diese Arbeit der Bes nedictiner mit den bisher befanten diplomatischen Versuchen verwechseln, oder die erstere um der lektern willen für überflüssig und entberlich halten wolte. Die Anzal folcher Werke, die die Grundsäke dieser Wissenschaft enthalten, worin die zu derselben gehörigen Warbeiten in ihrem ganzen Umfang abgehandelt werden, ist in der That so gros nicht, als dieselbe dem ersten Anblik nach scheinen möchte. Ist gleich die gelehrte Welt durch die Herausgabe einer erstaunlichen Menge von Urkunden seit meħr als einem Jahrhundert auf eine ansenliche Art bereichert worden: fo ist doch das Wissenschaftliche derselben noch in sehr vielen Stücken mangelhaft, ungewis und dunkel geblieben. Ja man fan mit Warheit behaupten, daß fast fein Theil der Gelehrsamkeit bisher weniger aufgeklåret und mehr versäumt worden als eben dieser; der doch wegen seines ans: gebreiteten Nukens sowol in den Wissenschaften als auch in den Vortheilen der Staaten eine porzügliche Aufmerksamkeit und ganz besondere Bearbeitung verdienet hätte.

Die Urfachen hiervon find leicht zu erraten. Die mehresten Behältnissen von Altertümernt dieser Art werden mit einer mehr als sclavischen Sorgfalt für die Augen der Welt verborgen. Da sie der Bestimmung ihrer Urheber nach grdstentheils zur Belehrung der Nachwelt ausgefertiget worden: so werden sie diesem Endzwef gerade zuwider der difften Finsternis zur Verwarung an: vertrauet. Ich sage gewis nicht zuviel, wenn ich behaupte, daß diese Eifersucht für die Archive noch ein wahres Ueberbleibfel nicht sowol der ehemaligen barbarischen Jahrhunderte, sonderrt vielmehr des gothischen Geschmaks an den Wissenschaften der spätern Zeiten feny. Jedoch ich wil hier diejenigen Klagen nicht wiederholen, die bereits von so vielen grossen Gelehrten mit desto schlechterm Erfolg gefüret worden, je gegründeter sie geivesen. Ich wil nur noch dieses hinzufüs gen, daß wir allem Unseßen nach nicht ehe eine voltomne Aufklärung der Urkunden unsers Bater: landes zu foffen þaben, als bis einmal diese verfebrte Denkungsart vermittelst eines glútlichen Schwungs der Zeit verändert wird.

Es ist wahr, die Arbeiten eines Mabillon (2), eines Gottfried von Bessel (3) find af: lein schon hinreichend ganze Bibliotheken dieser Art zu erseken. Allein dis sind beinahe auch die einigen diplomatischen Lehrgebäude von einigem Umfang, die wir zur Zeit noch aufweisen fón nen. Indessen ist den Kennern befant, daß sie noch eine grosse Nachlese übrig gelassen haben. Zugeschweigen, daß das Werf unsrer Benedictiner von einem weit grössern Umfange ist, als felbst ein Mabillon seinem Entwurfe jemals gegeben hat. Des verdienten Hrn. Johan Sui mans, Hrn. Daniel Eberhard Barings, Hrn. Christian Seinrich Eckharð und anderer Arbeiten sind lobenswerth; wer aber ein umständliches Lehrgebäude der Diplomatik in diesen

Schrif: (2) Das schätzbare diplomatische Lehrgebäude die: seu Annales liberi et exempei Monafterii Gorwicen fes Benedictiners ist zu bekant und Foint in dem füs eine der ersten Stellen in der gelehrten Welt erwor: Perfolg dieses Werks zu oft vor, als daß ich meine les ben hat. Es ist aber von demselben bisher nur der ser erft hier mit deinselben bekant machen dürfte. Tomus prodromus in zweien Soliobånden aus der

(3) Es ist dieses der gelehrte Abt der Benedictis Druckeren des Benedictinerklosters Tegernsen in nerabter Gottwich oder Kettwich in Unteréster, Bayern 1732 an das Licht getreten. reich, welchem sein berümtes Chronicon Gostwicenfe

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Schriften fucben wolte, würde etwas erwarten, was die Verfasser derfelben, ihrene jebesmaligest Endzweck nach, niemals liefern wollen.

Unparteiische Leser werden also dem Verleger nicht den Vortourf machen können, daß et durch die deutsche Uusgabe dieses Werks die Menge entbehrlicher Schriften in den Buchla: ' den zu vermebren gesucht. Mit mehrerer Scheinbarkeit fonte man dagegen einwenden, daß, da dieses Werk von französischen Gelehrten ausgefertiget werde, es sich auch nur auf die Urfuns den Frankreichs einschränken fånne, folglich für einen auswärtigen und besonders teutscher leser von schlechter Brauchbarkeit seya-werde. Wenn dieser Einwurf nur so viel fagen rot, daß die gelehrten Urheber dieses lehrgebäudes die Diplomen Frankreichs mit einer vorzüglichen Hufmerksamkeit abhandeln werden und müflen: Po fan derselbe ohne Bedenken zugegeben wers den. Wenn man aber deswegen diesem Werke alle Brauchbarkeit für deutsche Gelehrte villig absprechen wolte : so würde sich ein solches Urtheil mit der Billigkeit wohl schwerlich reimen laf sen und durch den blossen Uugenschein widerlegt werden können. Denn zu geschweigen, daß die Regeln und Grundfäße der Diplomatif einerlen sind und bey besondern Ländern und in besondern Fáden nur einer besondern Anwendung bedürfen;

zu gefchweigen, daß eine gute Zeitlang, unter den frånkischen Monarchen, die Urkunden Frankreichs auch zugleich die Urkunden unsers Vaterlans des gewesen: 'To saben die Verfasser versprochen, die Diplomen der teutschen Kaiser und Könige, ja auch der vornemsten geistlichen und weltlichen Fürsten Deutschlands mit einer vorzüglichen Se? nauigkeit durchzugehen. Was in den erstern Theilen bereits von ihnen geliefert worden, giebt die gegründete Hofnung, daß sie diesem Versprechen auf eine so rúmliche und umständliche Art nach: tommen können und wollen; als von Ausländern nur immer erwartet werden kan.

Da es indessen leicht zu begreifen ist, daß ein teutscher Gelehrter, aller angewandten Mú: be und. Sorgfalt eines Ausländers ohnerachtet, dennoch manches nachzutragen und zu ergången finden werde: so ist der Verleger zu mebrerer Brauchbarkeit dieses Werfs entschlossen, nach dren oder vier þerausgegebenen Theilen des Hauptwerts allemal einen Band von Zusagen beizufügen worin nicht nur manche brauchbare hießergehörige Schriften aus fremden Sprachen überseßt, sondern auch einige von den Verfassern in Absicht unsers Vaterlandes begangene Feler verbessert und manche zu kurz oder unvolftändig geratene Abschnitte weiter ausgearbeitet werden sollen. Weil aber zur Ausfürung dieses Entwurfs der gútige Beistand andrer, besonders folcher Gelehr: ten unentberlich ist, die das vorzügliche Glück geniessen, alte und angesehene Archive gebrauchen zu können: fo werden sich dieselben die gelehrte Welt auf eine besondere Art verbindlich machen, wenn sie den Gebrauch und Nußen dieses Werks durch ihren geneigten Beitrit algemeiner und ausgebreiteter machen wollen. Weil es indessen hiermit nicht auf eine blosse Samlung von Ur: tunden angesehen ist: so werde auch blosse abschriften unerheblicher Diplomen oder auch derent þistorische Erläuterungen, wenn sie nicht zur besondern Aufklärung des diplomatischen Lehrge baudes gereichen, verbitten müssen. Dürfte ich indessen vorläufig einige Materien vorschlagen, welche besonders mit diesem erster. Theil in einigem Verhältnis stepen: so würden es folgende Feon. 1. Eine volständige Gelehrtengeschichte der Diplomatif selbst und der darüber entstande: nen Streitigkeiten. 2. Eine Abhandlung über den Ursprung und die Veränderung der Archive Deutschlands und besonders der Reichsarchive. 3. Ein lehrreiches und fritisches Verzeichnis der vornemsten zur Theorie der Diplomatik gehörigen Schriften. 4. Eine Tomenclatur der teutsch geschriebenen Urkunden- unsers Vaterlandes; besonders eine kritische Untersuchung, wenn die Chartae diuisae und dentatae oder fogenanten Zerten úblich geworden und zu wels cher Zeit dieselben aufgebdret. S. Eine Ubhandlung von dem Ursprung unsers jeßigen Hader:

lumpen:

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Tumpenpapiers und von deffen Gebrauch in Diplomen. 6. Eine Untersuchung in wie weit die Verträge u. f.f. ber unsern alten Vorfaren auf eine schriftliche Art geschlossen und bestätiget wor: den, und in wote weit solches nicht gescheben u. f. f.

Uebrigens hat der Verteger nicht nur feine Kosten gesparet, um auch der äussern Schönheit des Drucks und des Papiers der Urschrift in dieser teutschen Ausgabe po nabe zukommen, als möglich seyn wollen: Pondern es ist diese lektere auch mit manchen Vorzügen vor dem Original felbst versehen. Ich můste sehr stolz fenn, wenn ich meine beigefügten änmerkungen mit hießer technen wolte. Sie sind zum Unterschied von den Unmerkungen der Verfasser mit fortlaufenden Zalen bezeichnet. Ich habe mir die Freiheit genommen, die Verfaffer an manchen Orten zu ver: bessern, und in noch mehrern Stellen zu ergången. Vielleicht ist dieses lektere überflüssig gewe: : fen, und vielleicht habe ich etwas berøret, was die Verfasser mit Fleis nicht berüren wollen. Joh werde indessen mit niemand zúrnen, der diese Anmerkungen für das entberlichste bey dem ganzen Werke halten wird. An einigen Orten habe mich auf diese Vorrede bezogen, und in derselber noch einige Erläuterungen zu ertheilen versprochen. Weil aber die Kürze der Zeit solches vorjezt nicht verstattet: so werde es bis zu einer andern Gelegenheit versparen müssen. Das ausfürliche Register, welches diesem reuefchen Theil dem ersten Entwurf nach beigefüget werden sollen, aber pieler Ursachen wegen bis zum zweiten Theil versparet werden müssen, wird mit mehrerm Rechte als ein Vorzug desselben für das Original angegeben werden können; indem solches den bequemen Gebrauch, sonderlich der im zweiten Hauptstück des ersten Buchs befindlichen weitläufigen Iomens clatur der Unfunden ungemein befördern wird.

Was nun die eigentliche Uebersekung felbft betrift; so fan zwar versichern, daß daben alle møg: tiche Sorgfalt und Aufmerksamkeit angewandt ħabe. Weil indessen unparteiische Leser schon obne mein Erinnern einsehen werden, daß die Uebersekung eines solchen Werks, wie dieses ist, mit weit mehrern Schwierigkeiten verbunden ist, als die Uebersegung einer Historischen oder blos wißigen Schrift: so wird mir manches zu gute gehalten werden können, was ben einer anderweitigen Ueber: feßung unerträglich seyn würde. Indessen hoffe nicht, daß mir einige Feler entwischer seyn, welche in das Lehrgebäude felbst einen Einflus baben solten.

Einige kleine mit dem Werke selbst vorgenommene Veränderungen, daß z. B. einem jeden Abschnit eine ausfürliche Anzeige des Inhalts vorgefekt worden, daß der im Französischen forts laufende Tert hier in Paragraphen abgetheilet und mit Marginalien verfeßen worden u. f.f. find um der Bequemlichkeit der Leser willen vorgenommen worden, bedürfen also auch keiner weitläufi. gen Entschuldigung. Daß das zweite Hauptstück des zweiten Buchs, so noch im ersten französis schen Bande befindlich ist

, hier weggeblieben und bis auf den zweiten Theil versparet worden, hat deswegen geschehen müssen, weil sonst dieser erste teutsche Theil zum Nachtheil des Verlegers an die fünf Alphabet stark geworden wäre; überdem auch nicht auf diese Michaelismesse geliefert werden können. Un einem richtigen Abdruck der Kupfer und einer genauen Durchsichtigung der Probebogen ist aller Fleis gewandt worden; demohnerachtet sind in den legtern noch einige kleine Feler stehen geblieben, worunter S. 392 Unm. (128) auf der zweiten Spalte, Zeile 2 einfachen für dreifachen einer der erheblichsten fenn möchte.

Was endlich die Fortsegung dieses Werks betrift: ro fan versichern, daß der zweite Band desselben, welcher die Lehre von der Sprache, der Schrift und den Buchstaben enthält, künftige Osters messe, geliebts GOtt! ohne Anstand nachfolgen werde. Womit denn diese Arbeit und deren fort: Teßung der gútigen Beurtheilung der Leser empfele, Erfurt den 16 Octobr, 1759.

Vorrede.

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