Pagina-afbeeldingen
PDF

- - - - -

gewisse Freiheiten bewilligten oder bestätigten, besonders Chartä genant (d). Nach der von den Vormannen geschehenen Eroberung aber ist diese Benennung allen Arten von Urkunden gemein worden: ohnerachtet man sie dennoch durch andere Benennungen voneinander zu unterscheiden pflegte; wohin die Namen Conventio, Concordia, finalis Conventio, finalis Concordia u.s f. gehören,

- - §. 305. .. > --« Litterä sacra: Der Eid ist eine gottesdienstliche Handlung. Daher wollen wir unsere Untermentales suchung der verschiedenen Arten von Charten mit denjenigen anfangen, die von die u. s. f. sem fürchterlichen Gebrauch benant worden. Schon vor sieben oder achthundert Jahren hatten sie sich dergestalt vermeret, daß sie bereits einen wichtigen Theil in den Archiven ausmachten. Anfänglich hatten sie keine andere Namen, als sacramentales Litterä, sacramentale Scriptum, Charta surata, Juramenta sacramentalia, Charta sacramentalis, oder auch nur Sacramentum, Sacramentale, Breve oder Conditiones Sacramentorum. Nachmals aber bediente man sich, aus - ser den Ausdrücken Juramentum und Jusjurandum, die fast eben so alt waren und in dieser Bedeutung auch zuweilen vorkommen, noch der Ausdrücke Hominatus, / Hominium, Hominagiunn, Homagium, nebst noch vieler andern Namen von ei: nem änlichen Ursprung, deren Anfürung hier unnötig seyn würde. Die Chartäsuratä waren in Spanien und den angränzenden Provinzen berümt; ohnerachtet die contrahirenden Personen auch an andern Orten die feierlichen Eidschwüre in den Ur: kunden, die sie untereinander aufrichteten, vielleicht eben so häufig gebraucht haben. ,

[ocr errors]

(d) Formulare Anglicanum. A Dissertation concerning ancient Charters p. 3. seqq. (e) MAFF EI Istor. diplom. p. 144. (f) Leg. Longob. lib. 3. tit. 24. apud LIND EN BRO G. p. 687.

- -
- T -
-
- - -
-

[ocr errors]
[graphic]
[graphic]
[graphic]
[graphic]
[graphic]
[graphic]
[graphic]
[graphic]
[graphic]
[graphic]
[graphic]
[ocr errors][ocr errors][ocr errors]
[ocr errors]
[ocr errors]

machte, eine Chartam Sacramenti zu nennen; wenn dieselbe durch einen feierli-cramenti.
chen Eid bestätiget wurde. Die Eide der Treue füreten zuweilen auch die Namen
Charta de Sacramentis et Placitis (i). Da die Königin Radegunde erfur,
das Clotharius 1 nach Poitiers kommen und sie wieder abholen wolte, nachdem er
sie von sich gelassen: schrieb sie an den heil. Germain, Bischof zu Paris und bat
ihn, den König zu bewegen, daß er sie in ihrem Kloster lassen möchte. Der Verfas
ser ihres Lebens nennet diesen Brief säcramentales litteras sub contestatione di-
uina (k). In den ersten Jahrhunderten wurde der von den Keßern geschehene
Wiederruf blos durch ihre Unterschriften bestätiget (l). Nachdem aber durch die
Ueberschwemmung der barbarischen Völker die Eide sehr häufig geworden waren: so
wurde dergleichen Wiederruf eine Abschwörung genant; weil er ausser der eigenhändi-
gen Unterschrift des Schuldigen allemal mit einem wirklichen Eidschwur begleitet
wurde. Daher versichert ein ungenanter Verfasser bey Gelegenheit des vom Beren-
garius geschehenen Wiederrufs, daß er gegenwärtig gewesen, als derselbe den Ab:
schwörungseid eigenhändig unterschrieben. Und so musman den Ausdruck Sacra-
mentum propriae manus verstehen, der in dem Wörterbuch des du Cange nicht
durch eine blosse Unterschrift hätte übersetzt werden sollen. Denn es ist nicht Ä
schein-

(g) Append. MARC V L F. form. 2. (h) FABRETT 1 Inscript. p. 674. (i)
Hift. de Langued. tom. 2 p. 498. (k) Aêt. ord. S. Bened. sec. 1. p. 327
n. 6. (l)T ERT V LLIA N. l. de Trinit. aduersus Prax. edit. Paris. 1616.

P. 844.

(88) In den mitlern Jahrhunderten, da man mehr auf die Menge der Eide, als auf die rechtmässige Beschaffenheit derselben sahe, war die sogenante Sidhülfe sehr nötig und üblich. Dergleichen Personen, die solche Eidhülfe leiste ken, werden daher Consacramentales, Sacramentales, Purgatores, Compurgatores, Iuratores, Comiuratores, Iuramentales, Coadiuto

res, und in teutschen Urkunden Gebülfen ge:
nant; wovon Haltaus im Gloffar. v. Eid Sid:
hülfe und Gehälfe S. 277. 281.620 und
du Cange im Glossar. v. Huramentum und Böh“
mers Ius eccles. Th. 5 B. 5 Tit. 34 H.2o f.
S. 572 nachzusehen ist. Von dem Worte Sido
bülse pflegt man gemeiniglich den eigentümli-
chen Namen Adolph herzuleiten.

[merged small][merged small][ocr errors][ocr errors]

scheinlich, daß man damals ein blosses Zeichen des Kreuzes, welches Berengarius vor seiner Unterschrift setzen können, für einen wahren Eid angenommen habe. Oft werden auch die Abschwörungseide Jusjuranda oder Juramenta genant; welche Benennung sie mit den Eiden der Treue und andern Arten von Verpflichtungen vermit: tels eines feierlichen Eides gemein hatten.

[ocr errors][ocr errors][ocr errors]
« VorigeDoorgaan »