Spinozas Conatusprinzip als Grundlage seiner Ethik: Struktur und Funktionsweise innerhalb der spinozanischen DeduktionGRIN Verlag, 19.07.2013 - 64 Seiten Examensarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache), Note: 1,0, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Philosophische Fakultät I - Institut für Philosophie), Sprache: Deutsch, Abstract: Das Conatusprinzip ist schlichtweg grundlegend für das Verständnis und die Konstruktion der Ethica: Will man den Ursprung, die Struktur, die Funktionsweise und die Konsequenzen des conatus verstehen, müssen v. a. die ersten drei Bücher, somit die Voraussetzungen und Folgerungszusammenhänge, untersucht werden und an den entsprechenden Stellen Konsequenzen und Möglichkeiten für die menschliche Freiheit (5. Buch) abgeleitet werden. Einleitend werden zunächst ein grober Überblick der Ethica und des Conatusprinzips skizziert und erste Probleme und Fragen formuliert. Um zu klären, welche Einzeldinge im Conatusprinzip, das nur allgemein res benennt, gemeint sein können, wird in der Ontologie die Verwendung von res und im kurzen physikalischen Einschub im 2. Buch die Bedeutung von individuum im Unterschied zu res näher betrachtet. Dieses Vorgehen entspricht zwar der deduktiven Methode der Ethica, jedoch folgt daraus kein strenger Beweis, da eine Begriffsextension nicht die -intension definiert; dennoch wird das Ergebnis einige Anhaltspunkte bieten und Rückschlüsse bei der Betrachtung des Conatusprinzips erlauben. Ausgangspunkt des Hauptteils wird die genaue Interpretation des Conatusprinzips (3p6) sein, dazu werden die Folgerungszusammenhänge und impliziten Voraussetzungen expliziert. Die herausgearbeitete Differenzierung von potentia und potestas wird für die weitere Argumentation dieser Arbeit bedeutend sein. Bevor der spezifische menschliche conatus ab 3p9 untersucht wird, muss geklärt werden, was unter gegebener, aktualer, formaler und objektiver Essenz verstanden wird. Die dargestellte Lesart von 2p8c bietet ein ontologisches Analogie-Fundament für die Konzeption der Idee der Affektion des Körper, welche relevant wird für die Möglichkeit der Affekte ab 3p10. Das erhellt nebenbei, warum Spinoza ein Körper-Seele-Dualismus vermeiden kann. Den letzten Teil der Arbeit macht die Ableitung von 3p6 aus 3p4&5 aus, dessen Geltung in der Sekundärliteratur umstritten ist. Zur Apologie wird sich die Differenzierung von potentia und potestas und eine Lesart von 3p4&5 als Simulation einer konjunktivischen Annahme als hilfreich erweisen. Mit dieser Rekonstruktion werden anschließend Beispiele bewertet, die 3p4 in Widersprüche bringen. Ein letztes Thema wird die Deduktion des Zeitlichen aus dem Endlichen sein, also das Folgerungsverhältnis von Ontologie zu Wirklichkeit. |
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Spinozas Conatusprinzip als Grundlage seiner Ethik: Struktur und ... Johannes Key Eingeschränkte Leseprobe - 2013 |
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