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Das Recht der Uebersehung in fremde Sprachen bleibt vorbehalten.

Druck von Fl. Kupferberg in Mainz.

Vorrede.

Der Zweck dieser Schrift ist, eine kritische und actenmäßige Darstellung der politisch - religiösen Kämpfe zu geben, welche in Spanien während der Regierungszeit des Königs Ferdinand VII. geführt wurden.

Außer der hohen Wichtigkeit, welche diese Periode der spanischen Geschichte an und für sich hat, lag noch eine besondere Veranlassung, jene Streitigkeiten zum Gegenstande einer eingehenderen Untersuchung zu machen, in den Beziehungen der damaligen Kämpfe zu den späteren Bewegungen und Empörungen auf der pyrenäischen Halbinsel, welche mit unwesentlichen Modificationen aus denselben Ursachen ́hervorgingen, den gleichen Charakter an sich tragen und das nämliche Ziel verfolgen.

Außerdem ist eine ausführliche Darstellung der politischreligiösen Kämpfe, deren Schauplatz Spanien in den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts war, auch von einem allgemeinen Interesse, indem dieselben für das Verständniß des Wesens und der Ursachen ähnlicher Kämpfe in den anderen europäischen Ländern so lehrreich sind.

Als Quellen wurden fast ausschließlich spanische Werke, besonders die officiellen Acten, die Sizungsberichte der Cortes, die Memoiren von Augenzeugen sowie mehrere größere oder kleinere Schriften von Mitgliedern der geheimen Gesellschaften benüßt. Die letzteren haben eine um so größere Bedeutung, als ihre Verfasser bei den einzelnen Empörungen und Streitigkeiten persönlich betheiligt waren und sowohl über deren Verlauf als auch über die Beziehungen der verschiedenen geheimen. Gesellschaften zu einander höchst interessante Aufschlüsse ertheilen.

Von deutschen Werken über Spanien konnte nur wenig

Gebrauch gemacht werden, weil die Verfasser derselben unseren Gegenstand meistens nur sehr kurz behandeln und die Hauptursachen der ganzen revolutionären Bewegung entweder vollständig ignoriren, oder nur andeuten, namentlich aber die Kämpfe auf kirchlichem Gebiete und die Thätigkeit des spanischen Clerus nur obenhin berühren und großentheils in einem nicht richtigen Lichte darstellen.

Als Resultat unserer auf authentischen Documenten beruhenden Untersuchung ergibt sich Folgendes:

Die revolutionär - antikirchlichen Erhebungen in Spanien unter Ferdinand VII. waren vornehmlich das Werk der geheimen Gesellschaften, die sich namentlich höherer, freimaurerischer oder durch Geld erkaufter Officiere zur Ausführung ihrer Pläne bedienten, während die große Mehrzahl des spanischen Volkes nicht den geringsten Antheil an diesen Empörungen hatte, sondern dieselben verabscheute und zu ihrer Unterdrückung mithalf.

Das Hauptziel dieser Empörungen war in erster Linie die Bekämpfung und Unterdrückung der katholischen Kirche, deren Vertheidigung der päpstliche Nuntius, der vortreffliche spanische Episcopat und mit wenigen Ausnahmen der Welt- und Ordensclerus, mit geistiger Ueberlegenheit und einem bewunderungswürdigen Heldenmuthe führten.

Die revolutionären Bestrebungen der geheimen Gesellschaften in Spanien wurden weniger gefördert durch die in Spanien wie in anderen Ländern vorhandenen Mißstände in der Staatsverwaltung, als vielmehr durch die Unterstüßungen, welche das englische Cabinet den Empörern angedeihen ließ, und ganz vorzüglich durch den verderblichen Einfluß der Camarilla auf die Staatsgeschäfte und das unwürdige Benehmen des Königs, der sich stets in Extremen bewegte.

Mainz, den 12. Januar 1881.

Der Verfasser.

Inhaltsverzeichniß.

Einleitung. Eindringen und Verbreitung der geheimen Gesellschaften in Spanien. Ihre Verbindung mit den Jansenisten, Gallicanern und ungläubigen Philosophen. Plan derselben. Einfluß auf die Könige Karl III. und Karl IV. Eingriffe in die Rechte und das Vermögen der Kirche. Projectirtes Schisma nach dem Tode Pius VI.

Erster Abschnitt.

Die Kämpfe der geheimen Gesellschaften um die Herrschaft in Spanien. Erstes Kapitel. König Ferdinand VII. Französische Invasion. Weitere Verbreitung der geheimen Gesellschaften in Spanien. Spaltung unter denselben. Der Unabhängigkeitskrieg. Die Cortes in Cadix. Verderblicher Einfluß der Freimaurer im Congresse. Die freimaurerische Presse. Feindselige Stellung der liberal - freimaurerischen Cortes gegen die Kirche

Zweites Kapitel. Die Constitution von Cadir 1812. Inhalt derselben.
Ihr Verhältniß zur Constitution Joseph Bonaparte's. Urtheil
liberaler Schriftsteller. Pläne der geheimen Gesellschaften. Die
Cortes von 1813. Vertrag von Valenceh. Rückkehr Ferdinand's VII.
nach Spanien. Benehmen der Cortes gegen den König. Abneigung
des Volkes gegen die Constitution. Die s. g. Perser. Decret vom
4. Mai 1814. Graf von Montijo, Großmeister der Loge
Drittes Kapitel. Charakter Ferdinand's VII. Verderblicher Einfluß
der Camarilla auf den König. Umtriebe der geheimen Gesellschaf-
ten. Centralloge in Granada. Entdeckung derselben. Verlegung
nach Madrid. Van Halen's Eröffnungen .

Viertes Kapitel. Verschwörungen. Antheil der geheimen Gesellschaften
an denselben. Mordanschlag auf General Elio. Die Empörung
des Generals Mina. Die Verschwörung im Caffe de Levante in
Malaga. Weitere Verschwörungen, Porlier in Coruña, Richard in
Madrid, Lach in Catalonien. Die Loge in Murcia. General
Torrijos. Verhältniß der Logen zur Inquisition. Die Verschwö
rung Vidal's

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Fünftes Kapitel. Vorbereitungen der geheimen Gesellschaften zum Pronunciamento von 1820. Die Expeditionsarmee. Einfluß der Logen auf dieselbe. La Bisbal und Sarsfield. Die Verhaftungen im Palmenwalde. Neue Conspirationen. Das gelbe Fieber in San Fernando. Weitere Pläne der Verschworenen. Vorgänge in Galicien. Riego. Pronunciamento vom 1. Januar 1820. Hirtenbrief des Bischofs Cienfuegos von Cadiy.

Zweiter Abschnitt.

Die Herrschaft der geheimen Gesellschaften.

Sechstes Kapitel. Weitere Verbreitung des Aufstandes. Ferdinand VII.
nimmt die Constitution an. Die geheimen Gesellschaften gelangen
zur Herrschaft. Ihre Verzweigungen. Freimaurer, Comuneros,
Carbonari. Andere Genossenschaften. Die patriotischen Clubs.
Die freimaurerische Presse. Egoismus der Liberalen. Die Anilleros
Siebentes Kapitel. Die Cortes von 1820-21. Parteiwesen. Einfluß
der Logen. Auflösung des Heeres von San Fernando. Riegocultus
in Madrid. Debatten in den Cortes. Schließung der Clubs. In-
fultirung des Königs. Auflösung der königlichen Leibgarde. Sturz
des Ministeriums Arguelles. Ministerium Feliu. Drakonische Ge-
seze gegen die Royalisten. Der Radicalismus. Ermordung Vinuesa's
Achtes Kapitel. Republikanische Bestrebungen. Absetzung Riego's. Em-
pörungen an einzelnen Orten. Die Riego-Processionen. Die
außerordentlichen Cortes. Neue Gesetzesvorlagen. Mißtrauensvo-
tum gegen das Ministerium. Die Neuwahlen zu den Cortes.
Wiederherstellung der Ruhe. Annahme der Abdankung des Ministe
riums Feliu.durch den König
Neuntes Kapitel. Die Cortes von 1822-23. Ministerium Martinez
de la Rosa. Zerwürfnisse mit den Cortes. Mißtrauensvotum.
Kampf der Garden mit der Miliz am 7. Juli. Ursache dieses
Kampfes. Rücktritt des Ministeriums. Die Radicalen gelangen
zur Herrschaft

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Zehntes Kapitel. Ministerium San Miguel. Seine Beziehungen zum großen Orient. Bedrückung des Königs. Ermordung des OberstLieutenants Goiffieur und des Generals Elio. Die Landaburiana. Die außerordentlichen Cortes von 1822. Discretionäre Gewalt des Ministeriums. Verfolgung seiner Gegner. Drohende Gefahren. Plan einer Uebersiedlung des Hofes nach Sevilla. Kampf zwischen Freimaurern und Comuneros. Der Aufruhr vom 19. Februar 1823. Zerwürfnisse unter den Comuneros. Trennung und Gründung neuer Thürme“

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